Es gibt zwei unterschiedliche Bereiche im Unterhaltsrecht, die den Namen Betreuungsunterhalt für sich beanspruchen.

Was ist der Betreuungsunterhalt?

Der Begriff Betreuungsunterhalt wird im Familienrecht für zwei unterschiedliche Sachverhalte verwendet.

Einmal bezeichnet er die Unterhaltsleistung an das Kind und stellt damit den Gegensatz zum Barunterhalt dar. Bei Trennung oder Scheidung der Eltern sind beide Teile dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig. Oft ist es dann so, dass der verdienende Vater den Barunterhalt zu leisten hat, also die monatlichen Unterhaltszahlungen. Die Mutter erfüllt ihre Unterhaltspflicht dem Kind gegenüber durch seine Betreuung, also dadurch, dass sie auf es aufpasst, es versorgt und betreut. Diese Form des Kindesunterhalts nennt man dann Betreuungsunterhalt

Daneben verwendet man den Begriff des Betreuungsunterhalt s für den Unterhalt, den der verdienende Ehegatte dem anderen zu zahlen hat, weil er aufgrund der Betreuung des bei ihm lebenden Kindes den eigenen Unterhalt nicht durch Erwerbstätigkeit sicherstellen kann. Es handelt sich dann also um den Ehegattenunterhalt.

Wie lange muss Betreuungsunterhalt an Ex-Partner gezahlt werden?

Die zeitliche Dauer des Anspruchs auf Betreuungsunterhalt ist abhängig zum einen vom Alter und der Anzahl der Kinder und zum anderen von den gegebenen tatsächlichen Betreuungsmöglichkeiten. Darüber hinaus ist Kriterium, wie stark das Kind oder die Kinder einer Betreuung bedürfen.

Durch die Reform des Unterhaltsrechts haben sowohl geschiedene Elternteile, die Kinder versorgen, als auch nicht verheiratete Elternteile bis zum dritten Geburtstag des Kindes Anspruch auf eigenen Unterhalt haben. Wenn es außergewöhnliche Gründe gibt, das Kind z.B. chronisch krank ist die Betreuungssituation am Wohnort absolut nicht ausreichend ist, kann der Anspruch auf Betreuungsunterhalt auch länger gegeben sein. Die genaue Dauer lässt das Gesetz offen. Nach dem dritten Geburtstag muss die Mutter oder der betreuende Vater aber keinen Vollzeitjob aufnehmen, sondern bis zur Grundschule im Regelfall eine Teilzeitbeschäftigung, dann eine Halbtagstätigkeit. Erst wenn das Kind in eine weiterführende Schule geht, besteht nach der Rechtsprechung eine Pflicht des betreuenden Elternteils, einen Vollzeitjob aufzunehmen.

Höhe Betreuungsunterhalt

Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen zum Zeitpunkt der Scheidung. Der Unterhalt muss monatlich im Voraus geleistet werden.

Der Unterhaltsverpflichtet hat einen Anspruch auf einen angemessenen Selbstbehalt, um seinen eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen. Der Selbstbehalt bei getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten beträgt für Erwerbstätige mit Kindern unter 21 Jahren 950 Euro. Geht der Verpflichtete keiner Erwerbstätigkeit nach, so liegt der Selbstbehalt bei 770 Euro. Ist das Kind des Erwerbstätigen volljährig, so darf er 1.150 Euro für sich beanspruchen.