Das Betreuungsgeld in Frage und Antwort

Unsere Redaktion hat die häufigsten Fragen und Antworten zum Betreuungsgeld für Sie gesammelt und zusammengestellt.

Für wen wird Betreuungsgeld gezahlt?

Eltern von ein- und zweijährigen Kindern, die ab dem 1. August 2012 geboren sind, können Betreuungsgeld beantragen, wenn die Kinder keine öffentlich geförderte Kita besuchen oder nicht durch eine Tagesmutter betreut werden. Die Zahlung setzt mit dem 15. Lebensmonat des Kindes oder dem Ende des Elterngeldbezugs ein. Das Betreuungsgeld wird höchstens für 22 Monate gezahlt.

Ab wann wird das Betreuungsgeld ausgezahlt?

Das Betreuungsgeld wird grundsätzlich ab dem 15. Lebensmonat des Kindes gezahlt. Wird Elterngeld bezogen, so kann das Betreuungsgeld schon vor dem 15. Lebensmonat, nämlich mit Beendigung des Elterngeldbezugs in Empfang genommen worden. Es wird jedoch immer nur längstens für 22 Monate gezahlt.

Wo muss das Betreuungsgeld beantragt werden?

Das Betreuungsgeld muss dort beantragt werden, wo auch das Elterngeld beantragt wird. Die Zuständigkeit ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Wie hoch ist das Betreuungsgeld?

Das Betreuungsgeld beträgt zunächst 100 Euro für Kinder im zweiten Lebensjahr. Und zwar ab dem 1. August 2013; dann wird das Betreuungsgeld eingeführt. Ab dem 1. August 2014 werden dann 150 Euro pro Kind gezahlt, und zwar für Kinder sowohl im zweiten als auch im dritten Lebensjahr.

Wie viel Betreuungsgeld wird an Eltern von Zwillingen oder Mehrlingen gezahlt?

Eltern von Zwillingen erhalten das komplette Betreuungsgeld für jedes Kind. Bei Drillingen oder weitere Mehrlingen gilt dies entsprechend.

Hat eine Berufstätigkeit Auswirkungen auf das Betreuungsgeld?

Die Berufstätigkeit des Vaters oder der Mutter hat keinerlei Auswirkungen auf das Betreuungsgeld. Auch Eltern, die in Vollzeit arbeiten und ihr Kind währenddessen von einer Privatperson, etwa Großeltern, betreuen lassen, erhalten Betreuungsgeld. Die eigene Berufstätigkeit muss also nicht eingeschränkt werden.

Wird das Betreuungsgeld auf das Arbeitslosengeld I angerechnet?

Das Betreuungsgeld wird grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld I angerechnet, es sei denn, die Eltern erhalten mehr als 300 Euro (bei zwei und mehr Kindern). Ab 300 Euro erfolgt eine Anrechnung.

Wird das Betreuungsgeld auf das Bafög angerechnet?

Beim Bezug von Bafög gilt das gleiche wie beim Nebeneinander von Betreuungsgeld und Arbeitslosengeld I. Es erfolgt eine Anrechnung erst ab einer Summe von 300 Euro, die nur bei zwei und mehr Kindern erreicht wird.

Wird das Betreuungsgeld auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV, ALG II) angerechnet?

Ja, auf das (umgangssprachlich Hartz IV genannte) Arbeitslosengeld II wird das Betreuungsgeld in voller Höhe angerechnet. Ausnahme: Wenn das Betreuungsgeld für die Altersvorsorge oder das Bildungssparen verwendet wird, erfolgt keine Anrechnung.

Eine Anrechnung erfolgt auch bei der Sozialhilfe (Grundsicherung und beim Kinderzuschlag.

Können Betreuungsgeld und Elterngeld gleichzeitig bezogen werden?

Elterngeld und Betreuungsgeld zeitgleich zu beziehen ist nicht möglich. Grundsätzlich wird das Betreuungsgeld erst nach dem Ende des Bezugs von Elterngeld gezahlt. Eine Ausnahme besteht, wenn man die Auszahlung des Elterngeldes auf zwei Jahre ausdehnt. Dann kann man während des Bezugs der zweiten Hälfte des Elterngeldes Betreuungsgeld beziehen.

Es ist auch nicht möglich als Mutter Betreuungsgeld zu beziehen, wenn der Vater Elterngeld erhält, also etwa im 13. oder 14. Lebensmonat des Kindes. Umgekehrt natürlich ebensowenig.

Gibt es Betreuungsgeld, wenn das Kind privat betreut wird?

Läßt man das Kind privat betreuen, dann steht das dem Bezug von Betreuungsgeld nicht entgegen. Dabei ist es unerheblich, ob diese private Betreuung durch eine bezahlte Fachkraft oder kostenlos etwa durch die Großeltern erfolgt. Wichtig ist nur, dass nicht auf eine durch öffentliche Gelder geförderte Tagesmutter zurückgegriffen wird.

Kann Betreuungsgeld auch bezogen werden, wenn das Kind an ein oder zwei Tagen in der Woche zu einer durch öffentliche Gelder geförderte Tagesmutter geht?

Ein Anspruch auf Betreuungsgeld ist nicht gegeben, wenn die Tagesmutter durch öffentliche Gelder, also durch das Jugendamt finanziert oder mitfinanziert wird. Liegt ein besonderer Härtefall vor, kann es jedoch auch in diesem Fall gezahlt werden, wenn die wöchentliche Betreuungszeit 20 Stunden nicht überschreitet. Ein solcher Härtefall ist etwa bei einer Schwerbehinderung oder schweren Erkrankung der Eltern gegeben.

Gibt es Betreuungsgeld, wenn die Ausgaben für eine private Kinderbetreuung von der Steuer abgesetzt werden?

Setzt man Kinderbetreuungskosten von der Steuer ab, so hat dies keinen Einfluss auf den Betreuungsgeldanspruch. Grund: Es handelt sich lediglich um eine mittelbare Unterstützungsleistung des Staates, nicht um eine öffentlich geförderte Kinderbetreuung.

Ist es möglich, das Betreuungsgeld auch nur für ein paar Monate in Anspruch zu nehmen und das Kind anschließend in eine Kindertageseinrichtung zu geben?

Man kann frei wählen, wie lange man das Betreuungsgeld beziehen möchte. Auch der Bezug von nur einem Monat ist möglich. Sobald man sein Kind jedoch in eine Tagesstätte oder zu einer Tagesmutter gibt, entfällt der Anspruch auf Betreuungsgeld. Die Aufnahme in der Kita oder bei der Tagesmutter muss man der Bewilligungsstelle unverzüglich mitteilen.

Hat eine Mütterkur Auswirkungen auf das Betreuungsgeld?

Auch wenn sich während der Kur eine Familienpflegerin um das Kind kümmert, besteht der Anspruch auf Betreuungsgeld auch während der Mütterkur fort.

Wird das Betreuungsgeld gezahlt, wenn sich ein Au-pair um das Kind kümmert?

Ja, eine Kinderbetreuung durch ein Au-pair hindert den Anspruch auf Betreuungsgeld nicht. Für die Kinderbetreuung durch ein Au-pair gibt es jedoch gesetzliche Vorgaben. Die Arbeitszeit ist auf 30 Stunden pro Woche beschränkt.

Besteht der Rechtsanspruch des Kindes auf einen Kita-Platz fort während Betreuungsgeld bezogen wird?

Ja, der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wird vom Betreuungsgeld nicht berührt.

Wann besteht ein Anspruch auf den Altersvorsorgebonus zum Betreuungsgeld?

Eltern erhalten pro Monat 15 Euro zusätzlich, wenn sie das Betreuungsgeld vollständig für einen Altersvorsorgevertrag (Riester-Rente) oder einen Basisrentenvertrag (Rürup-Rente) verwenden.

Die Einzelheiten, insbesondere, ob ein neuer Vertrag abgeschlossen werden muss oder aber auch in einen bereits bestehenden Vertrag eingezahlt werden kann, sind noch ungeklärt.

Wie ist das Bildungssparen ausgestaltet?

Momentan ist das Bildungssparen, für das es einen Bonus von 15 Euro monatlich geben soll, wenn das Betreuungsgeld für die spätere Bildung des Kindes verwendet wird, noch nicht gesetzlich ausgestaltet.

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