An einer Demenz leidende Personen können einen Anspruch auf ein Betreuungsgeld der Pflegekasse haben.

An Demenz erkrankte Personen haben immer einen Pflegegrad. Werden sie zu Hause versorgt, haben Sie einen Anspruch auf eine Geldleistung, das Betreuungsgeld. Die Frage lautet, wie man Betreuungsgeld oder Pflegegeld am besten einsetzen kann

Betreuungsgeld Demenz in Pflegeheimen

Oft wird die Frage aufgeworfen, ob es besondere Pflegegrade oder eine besondere Betreuung für Demenzkranke in Heimen gibt.

Die Antwort lautet nein: besonderen Pflegegrade für an Demenz leidende Personen gibt es nicht. Seit Einführung der Pflegegrade wird die Demenz im Rahmen der Pfegebedürftigkeit geprüft. Es kommt darauf an, wie groß die verbleibende Selbständigkeit ist. Körperliche Gebrechen und Demenz stehen gleichrangig nebeneinander. Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demen) haben deshalb einen rechtlichen Anspruch Leistungen aus der Pflegeversicherung. Um diesen erhöhten Betreuungsbedarf im Pflegeheim umzusetzen, werden auf der Basis eines bestimmten Konzepts zusätzliche Betreuer eingestellt. Den Antrag auf diese Zusatzleistung muss das Pflegeheim stellen

Betreuungsgeld Demenz in der eigenen Wohnung

Wie prüft der MDK, der Medizinische Dienst der Krankenkasse, die demenzbedingten Fähigkeitsstörungen zu Hause?

Es gibt einen standardisierten Fragekatalog, das NBA, das neue Begutachtungsassessment. Der MDK sucht den Antragsteller in seiner Wohnung auf. Er prüft die Fähigkeiten des Demenzkranken, also die regelmäßigen Abläufen der Körperpflege, die Ernährung und Mobilität. Sinnvoll ist es, dass eine nahestehende Person anwesend ist, die sich mit dem täglichen Ablauf auskennt.

Zunächst wird der Mitarbeiter des MDK ein ausführliches Pflegegutachten anfertigen. Bei demenzbedingten Fähigkeitsstörungen wird darüber hinaus ein sogenanntes „Screening“ absolviert. Es werden die psychosozialen Aktivitäten des täglichen Lebens und Auffälligkeiten herausgearbeitet. Diese sind Orientierung, Antrieb/Beschäftigung, Stimmung, Gedächtnis, Tag-/Nachtrhythmus, Wahrnehmung und Denken, Kommunikation/Sprache, situatives Anpassen, soziale Bereiche des Lebens wahrnehmen.

Es kommt nicht allein darauf an, dass Auffälligkeiten in einem oder mehreren Punkten vorliegen. Es wird in sechs Bereiche überprüft, wie weit die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit eingeschränkt ist. Das Kriterium der erheblich oder erhöht eingeschränkten Alltagskompetenz fließt in die Prüfung mit ein. Die einzelnen überprüften (Fähigkeits-)Bereiche werden im Gutachten im Einzelnen abgehandelt und bewertet. Anschließen wird das Gutachten der Pflegekasse übersandt. Einen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung bei erheblich oder erhöht eingeschränkter Alltagskompetenz haben Versicherte auch dann, wenn sie zwar Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, aber diese nur gering sind. Es ist dann der Pflegegrad 1 gegeben..

Betreuungsgeld Höhe

In welcher Höhe besteht ein Anspruch auf Betreuungsgeld?

Für die Höhe des Betreuungsgeldes ist der Schweregrad der Fähigkeitsstörungen entscheidend. Die Pflegekasse zahlt 125 monatlich. Diesen Betrag bekommt der Demenzkranke aber nicht selbst ausgezahlt. Es handelt sich nicht um einen Teil des Pflegegeldes. Es müssen zusätzliche Leistungen bestimmter Anbieter tatsächlich in Anspruch genommen werden. Dann wird der Betrag von der Pflegekasse gezahlt. Es muss ein Zahlungsnachweis geführt werden.

Höheres Betreuungsgeld für Demenzkranke ab 2017

Im Rahmen der Pflegereform haben Demenzkranke mehr Betreuungsgeld erhalten. Im Zentrum der Reform standen ein höheres Pflegegeld bzw. Betreuungsgeld sowie höhere Sachleistungen. Dafür stieg der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,1 Prozent auf 2,05 Prozent.

Pflegegrad 1

Demenzkranke Menschen, die von ihren Angehörigen zu Hause betreut werden und den Pflegegrad 1 haben, bekommen 125 Euro im Monat.

Wenn die an Demenz leidenden Personen von einem Pflegedienst betreut werden, haben sie keinen Anspruch Pflegesachleistungen gegenüber der Pflegekasse.

Ab Pflegegrad 2

Wurde den dementen Menschen der Pflegegrad 2 oder höher zuerkannt und erfolgt die Betreuung durch Angehörige, so haben sie Anspruch auf ein Pflegegeld und auf ergänzende Betreuungsleistungen.

Wenn die Betreuung durch einen Pflegedienst erfolgt, so besteht ein Anspruch auf Pflegesachleistungen gegenüber der Pflegekasse.

Zusätzliche Betreuungsleistungen für Demenzkranke

Diese zusätzlichen Betreuungsleistungen für an Demenz leidende Personen haben ehrenamtliche Helferkreise für Menschen mit Demenz, Pflegedienste, Betreuungsgruppen und Tagespflegeeinrichtungen im Angebot. Die Pflegekasse, Pflegestützpunkte oder ein Pflegeberater gibt Auskunft über die konkreten lokalen Angebote.

Widerspruch bei Ablehnung des Betreuungsgeldes

Wenn die Pflegekasse die Zahlung eines Betreuungsgeldes ablehnt, sollte man sich Einsicht in das Pflegegutachten verschaffen. Das Gutachten kann man von der Pflegekasse erhalten. Ist man mit dem Ergebnis des Gutachtens nicht einverstanden, das die Kasse ja zur Grundlage ihrer Entscheidung gemacht hat, so kann man Widerspruch einlegen. Hierbei muss man eine Frist von einem Monat nach Zustellung des Bescheides einhalten. Die Widerspruchsfrist beträgt ein Jahr, wenn der Bescheid keine Belehrung über das Widerrufsrecht enthält.

Man kann aber auch jederzeit einen neuen Antrag stellen.